Achtung: Sicherheitshinweis
- Bernd
- vor 12 Stunden
- 3 Min. Lesezeit
Beim Thema Reisesicherheit scheiden sich die Geister. Wenn Ihr zur falschen Zeit am falschen Platz seid und womöglich dann auch noch die falsche Entscheidung trefft, nützt auch ein vermeintlich sicheres Reiseland nichts. Insofern sind solche Erhebungen mit Vorsicht zu genießen.

9 grundlegende Regeln
Eine gute Planung Deiner Reise minimiert die Risiken. Ganz ausschließen lassen sie sich aber nicht. Im Fall der Fälle klammere Dich nicht an Deinen Besitz, alles ist ersetzbar, außer Dein Leben.
Nimm Fotokopien von Deinem Reisepass mit und fotografieren Ihn, speichere das Bild auf Deinem Handy oder/und in der Cloud.
Die meisten Versicherungen auf Reisen sind überflüssig, bis auf eine: Reisekrankenversicherung.
Überprüfe Deinen Impfstatus
Nimm etwas Bargeld mit und deponiere es zusammen mit Deinen Dokumenten im Hotelsafe.
Lass teuren Schmuck zu Hause.
Stell für das Zielgebiet eine Reiseapotheke zusammen. Eine Wundsalbe gehört unbedingt dazu. Schon kleinere Verletzungen können in tropischen Ländern schnell üble Entzündungen verursachen.
Meide nachts unbelebte, unbeleuchtete Straßen. Nimm ein Taxi.
Laufe nicht durch die Elendsviertel.
Fotografiere nicht ungefragt Personen oder Wohnungen.
Laut Safeture sind Stand 2024
die 15 unsichersten Reiseländer:

Haiti
Venezuela
Afghanistan
Nepal
Papua-Neuguinea
Jemen
Libyen
Mali
Irak
Myanmar
Pakistan
Südsudan
Demokratische Republik Kongo
Syrien
Burkina Faso...
Fairerweise sei erwähnt, dass die Angaben zu den unsichersten Ländern variieren, je nachdem, welche Quellen man zitiert.
Erwähnt sei noch: Ukraine, Zentralafrikanische Republik, Niger, Palästina, Iran, Sudan, Somalia...
Die 20 sichersten Reiseländer
Der Global Peace Index ist eindeutig:

Island
Irland
Österreich
Neuseeland
Singapur
Schweiz
Portugal
Dänemark
Slowenien
Finnland
Tschechien
Japan
Malaysia
Canada
Niederlande
Belgien
Ungarn
Australien
Kroatien
Deutschland
Wer hätte gedacht, dass Deutschland nur auf Platz 20 landet. 2023 waren wir noch auf Platz 15.
Der Index wird fortlaufend aktualisiert. Hier könnt Ihr nachsehen:
So what?
Soweit die Theorie. Mit dem Thema Sicherheit denken die meisten an die Kriminalitätsrate im Land. Tatsächlich zählen hierzu aber auch Faktoren wie Umweltverschmutzung, Umweltkatastrophen, Transportbedingungen, Notfallversorgung und ähnliches mehr.


Wirklich unwohl gefühlt habe ich mich bei meinen Reisen kaum. Eine Ausnahme würde ich allerdings doch machen: Port Moresby in Papua-Neuguinea, wirklich eine der gefährlichsten Städte der Welt. Sie landet auf Platz 7 der gefährlichsten Städte.
Dort waren die Straßen ab 16 Uhr leer. Die Menschen machen pünktlich Feierabend, um noch vor Einbruch der Dunkelheit nach Hause zu kommen. Die Stadt verbreitet eine immense negative Stimmung und Trostlosigkeit, die sich in die Gesichter der Menschen eingraviert.
Als ich am Tag durch die Straßen der Stadt lief, rief mich die Security zu den Gitterstäben des Hotelgeländes hinter dem sie arbeiteten. Sie warnten mich eindringlich davor, nicht alleine durch die Straßen zu gehen.
Am Ende war ich heilfroh, das Land wieder gesund in Richtung Australien verlassen zu dürfen.
Auch wenn es für Dich nicht so aussehen mag. Auch in ärmeren Wohngegenden legt man Wert auf Sauberkeit. Und ist die Hütte noch so klein. Die Menschen lieben Ordnung und Hygiene. Auch wenn die Türen offen sind und Einblick ins Innere geben. Fotografiere nicht die Privatsphäre der Bewohner, schon gar nicht ihr Elend.

Der Fall der Fälle
In all den Jahren meiner Reisen wurde ich drei mal überfallen. In den allermeisten Fällen ging es ums Geld, spielt also nicht den Helden, die Heldin. In der Regel verschwinden die Angreifer und Angreiferinnen wieder, sobald sie die Wertsachen haben. Insofern ging das für mich - bis auf eine Situation - glimpflich aus. Falscher Ort, falsche Zeit.

Ganz anders sieht die Situation für Dich aus, wenn es um politische oder religiös motivierte Angriffe geht. Oder wenn der Angriff aus niedrigen Beweggründen ganz einfach gegen Deine Person gerichtet ist.
In einer solchen Situation hilft nur noch der schwarze Gürtel in Mikado oder ein Schutzengel. Gerne auch Schutzengelin oder besser bleich Schutzengelinnen. Auf Hilfe aus der Umgebung dürft Ihr nicht hoffen.

So geschehen in den 90er Jahren in Berlin, als zwei junge Männer am Bahnhof Zoo auf einen Obdachlosen einschlugen.
Ich stand an der Bushaltestelle mit anderen daneben, die Leute schauten betroffen weg. Ich mischte mich ein. Daraufhin bedrohten sie mich. Allerdings war ich zu dieser Zeit körperlich fit und schnell im Rennen. Und die Polizeistation war nur 100 Meter entfernt. Das hat die Typen dann überzeugt abzuziehen.
Niemand braucht sich die Zähne einschlagen zu lassen, aber Hilfe holen ist das mindeste, was jeder und jede tun kann.
Last but not least: No go´s

Diskutieren nicht über Politik.
Respektiere die religiösen Gefühle, auch wenn Du bestimmte Ansichten und Praktiken nicht teilst.
Sei nicht geizig, bewahre Haltung und Mitgefühl.
Solltest Du wider Erwarten in einen Streit geraten, bewahre Ruhe.
Auch wenn es Dir täglich gesagt wird: Du bist sind nicht unwiderstehlich.
Es gibt gerade in anderen Ländern so etwas wie eine Kleiderordnung. Zeige Respekt.




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